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© Eva Kořínková

Westböhmen

Santinis geniales Kloster im Sumpfgebiet

Santinis geniales Kloster im Sumpfgebiet

„Aedificium hoc sine aquist ruet“ ‒ Ohne Wasser stürzt der Bau ein. Diese Jahrhunderte alte Inschrift im Kloster Plasy (Plaß) erinnert daran, dass der barocke Architekt Johann Blasius Santini nicht nur ein Meister einzigartiger Formen, sondern auch technischer Lösungen war.

Obwohl dieser Landstrich abgelegen, mit dichten Wäldern bewachsen und von Sümpfen durchzogen war, entschieden Mitte des 12. Jahrhunderts die Zisterzienser, sich genau hier niederzulassen. Sie suchten nach Abgeschiedenheit und da kamen ihnen die Flusstäler der Střela mehr als gelegen, denn in der sumpfigen Landschaft würde sie niemand stören. Für den Niedergang des prosperierenden Klosters sorgten jedoch die Hussitenkriege. Im Frühling des Jahres 1421 ließ Jan Žižka das Kloster bis auf die Grundmauern niederbrennen und die folgenden zweihundert Jahre herrschte hier bittere Armut.

Eine Besserung der Verhältnisse trat erst am Ende des 17. Jahrhunderts ein, als unter Jean Babtist Mathey umfassende Bauarbeiten begonnen wurden. Er ließ die mehrstöckige gotische Königskapelle ausbauen und die Prälatur errichten. Der Name jedoch, dank welchem es das Kloster Plasy in die Lehrbücher der Architektur schaffte, lautet: Johannes Blasius Santini. Er wurde 1711 von Abt Eugenius Tyttl eingeladen, einem gebildeten, ehrgeizigen und energischen Mann, der seine großzügigen Umbaupläne unterstützte.

Im Jahr 1098 spaltete sich ein Teil der Reformbewegung innerhalb des Benediktinerordens ab, der sich vom Luxus und Prunk distanzierte und sich wieder auf einfache Lebensführung und bewussten Verzicht nach dem Motto des Hl. Benediktus „Ora et labora!“ (Bete und arbeite!) berief, von dem sich die Benediktiner im Laufe der Zeit abgewandt hatten. Zisterzienser-Klöster wurden meist in abgelegenen und unwirtlichen Gegenden gebaut, um den Mönchen das Einhalten der strengen Ordensregeln zu erleichtern. Ihnen ist es zu verdanken, dass viele bis dahin unbesiedelte Gebiete West- und Mitteleuropa erschlossen wurden.

Im Jahr 1098 spaltete sich ein Teil der Reformbewegung innerhalb des Benediktinerordens ab, der sich vom Luxus und Prunk distanzierte und sich wieder auf einfache Lebensführung und bewussten Verzicht nach dem Motto des Hl. Benediktus „Ora et labora!“ (Bete und arbeite!) berief, von dem sich die Benediktiner im Laufe der Zeit abgewandt hatten. Zisterzienser-Klöster wurden meist in abgelegenen und unwirtlichen Gegenden gebaut, um den Mönchen das Einhalten der strengen Ordensregeln zu erleichtern. Ihnen ist es zu verdanken, dass viele bis dahin unbesiedelte Gebiete West- und Mitteleuropa erschlossen wurden.

Wie baut man ein Kloster auf sumpfigem Boden? Beim Bau des neuen Konvents in Plasy benutzte Santini ein geniales Verfahren ‒ er errichtete das Gebäude auf einen Holzrost, der wiederum in ein Schotterbett eingebettet ist. Der Rost ruht an mehreren Stellen auf Eichenholzpiloten, die in den sumpfigen Boden unter dem Rost eingeschlagen wurden und deren Anzahl mehr als 5 000 Stück übersteigt. Die Haltbarkeit des Holzrostes ist durch die Lagerung im Wasser gewährleistet, das über ein aus lokalen Quellen gespeistes Kanalsystem, und zur Not auch aus dem Fluss Střela, zugeführt wird.

Wie baut man ein Kloster auf sumpfigem Boden? Beim Bau des neuen Konvents in Plasy benutzte Santini ein geniales Verfahren ‒ er errichtete das Gebäude auf einen Holzrost, der wiederum in ein Schotterbett eingebettet ist. Der Rost ruht an mehreren Stellen auf Eichenholzpiloten, die in den sumpfigen Boden unter dem Rost eingeschlagen wurden und deren Anzahl mehr als 5 000 Stück übersteigt. Die Haltbarkeit des Holzrostes ist durch die Lagerung im Wasser gewährleistet, das über ein aus lokalen Quellen gespeistes Kanalsystem, und zur Not auch aus dem Fluss Střela, zugeführt wird.

Nach Santinis Plänen entstand das weitläufige Barockgebäude des Konvents, das mit seinem geschlossenen Innenhof und den Bastionen an ein Schloss erinnert. Die Arbeiten wurden zwar durch den sumpfigen Boden erschwert, Santini hatte jedoch eine technisch ausgefeilte Lösung parat. Das Fundament ruht auf mehr als fünftausend Eichenholz-Piloten, die in den durchweichten Untergrund eingelassen wurden. Den Piloten wurde über Filter Wasser zugeführt, welches das Holz durch den fehlenden Sauerstoff praktisch versteinern ließ. Das System aus Wasserkanälen und Stollen sorgt seit damals dafür, dass die Holzpiloten ständig unter Wasser stehen. Die Kontrolle des Systems erleichtern zwei Wasserbecken im Erdgeschoss: sollte der Wasserspiegel sinken, dann würden die frei liegenden Holzpiloten morsch werden und die Gebäude würden einstürzen ‒ so, wie Santini gewarnt hatte.

Der Meister des einzigartigen Barockstils hinterließ der Nachwelt auch prunkvolle Interieurs, welche die für ihn typischen Lichtakzente tragen, was zur ganz besonderen spirituellen Atmosphäre im jeweiligen Raum beitrug.

Der Meister des einzigartigen Barockstils hinterließ der Nachwelt auch prunkvolle Interieurs, welche die für ihn typischen Lichtakzente tragen, was zur ganz besonderen spirituellen Atmosphäre im jeweiligen Raum beitrug.

Santini entwarf im Kloster Plasy auch wunderschöne, lichtdurchflutete Kreuzgänge, Kapellen und die vier berühmten, von der Formgebung und technischen Ausführung meisterlich gestalteten Treppen. Als er im Jahr 1723 verstarb, trauerte Abt Tyttl, der Santini ins Kloster gerufen hatte, in einem seiner Briefe um das Ableben eines „Mann von ungemeiner Virtuosität“.

Santini entwarf im Kloster Plasy auch wunderschöne, lichtdurchflutete Kreuzgänge, Kapellen und die vier berühmten, von der Formgebung und technischen Ausführung meisterlich gestalteten Treppen. Als er im Jahr 1723 verstarb, trauerte Abt Tyttl, der Santini ins Kloster gerufen hatte, in einem seiner Briefe um das Ableben eines „Mann von ungemeiner Virtuosität“.

Das Kloster Plasy und Umgebung gehören zu den tschechischen Regionen, welche bis heute die Handschrift dieses Genies tragen. Unlängst wurden hier die markierten Radwege Baroko I, II und III eröffnet, wobei Sie der erstgenannte zu einem weiteren Meisterwerk der Architektur führt: nach Mariánské Týnice mit der Wallfahrtskirche Maria Verkündigung. Und falls Sie auf dem Rückweg durch die Gemeinde Mladotice fahren, dann sollten Sie auch hier einen Zwischenstopp einlegen. Die Kapelle Maria Namen ließ Santini für Eugenius Tyttl als sein erstes Bauvorhaben errichten und verdiente sich damit Tyttls Vertrauen. Dieser gab ihm dann die Gelegenheit, in Plasy seine Genialität unter Beweis zu stellen.

Die Napoleonischen Kriege kosteten die Staatskasse viel Geld und so wurde das Kloster mit den Ländereien im Jahr 1826 dem damals mächtigsten Politiker der österreichisch-ungarischen Monarchie, Kanzler Metternich, verkauft. Dieser ließ einen Teil des ehemaligen Klosters zum Schloss und einen Teil zu Hochöfen und Arbeiterunterkünften umbauen. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges diente das Kloster als Stützpunkt der russischen Truppen und im Jahr 1945 wurde die ganze Herrschaft verstaatlicht.  Heute steht Plasy unter dem Schutz des Nationalen Denkmalinstituts und ein Großteil des Klosterareals ist im Besitz des Technischen Nationalmuseums. Im sanierten Spitalsflügel können Sie eine sehr interessante Ausstellung zur Geschichte der Herrschaft Plasy besuchen.

Die Napoleonischen Kriege kosteten die Staatskasse viel Geld und so wurde das Kloster mit den Ländereien im Jahr 1826 dem damals mächtigsten Politiker der österreichisch-ungarischen Monarchie, Kanzler Metternich, verkauft. Dieser ließ einen Teil des ehemaligen Klosters zum Schloss und einen Teil zu Hochöfen und Arbeiterunterkünften umbauen. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges diente das Kloster als Stützpunkt der russischen Truppen und im Jahr 1945 wurde die ganze Herrschaft verstaatlicht. Heute steht Plasy unter dem Schutz des Nationalen Denkmalinstituts und ein Großteil des Klosterareals ist im Besitz des Technischen Nationalmuseums. Im sanierten Spitalsflügel können Sie eine sehr interessante Ausstellung zur Geschichte der Herrschaft Plasy besuchen.

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