© Libor Sváček, archiv CzechTourism

Über die Rotunde, die den Kaiser inspirierte

Brünn - Znaim

Weglänge 73 km Zeitdauer 2 Tagen

Auf der Autobahn beträgt die Entfernung von Prag nach Brünn etwa zweihundert Kilometer. Die Fahrt dauert etwa zwei Stunden. Brünn ist auch mit dem Bus in zweieinhalb Stunden bequem zu erreichen. Die Fahrt mit dem Zug dauert drei Stunden. Der Routenplan ist in der Stadt für die Fortbewegung zu Fuß beziehungsweise in Kombination mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Auto ausgelegt.

1. Tag

Wo sonst sollte man das Wandeln auf den Spuren von Karl IV. in der Region Südmähren beginnen als in Brünn, der historischen Hauptstadt der Markgrafschaft Mähren. Sechzehn Jahre lang war Karl IV. Markgraf von Mähren und auch nach seiner Krönung wurde dieses Gebiet weiterhin vom Geschlecht der Luxemburger verwaltet.

Zuerst machen wir Halt auf dem Mährischen Platz (Moravské náměstí) und schauen uns die St.-Thomas-Kirche an, die zum Komplex des ehemaligen Augustinerklosters gehört. Karl IV. hat dessen Bau mitfinanziert. In der Kirche sind Karls Bruder Johann Heinrich, der im Amt des mährischen Markgrafen Karls Nachfolger war, und auch Johann Heinrichs Sohn Jobst von Luxemburg begraben. Ein weiterer mährischer Markgraf wurde nach Karl IV. auch zum römischen König gewählt, starb aber noch vor der Krönungszeremonie auf der örtlichen Burg Spielberg. Die Luxemburger stifteten für die Kirche auch die heute älteste und größte Glocke in Brünn mit der lateinischen Inschrift "Zur Ehre Gottes des Allmächtigen und seiner Gebärerin, der Jungfrau Maria, des heiligen Apostels Thomas, die berühmten Fürsten Jobst und Prokop … die Markgrafen von Mähren, 1393“. Auf den Namen Jobst von Luxembug stößt man auch auf dem Platz vor der ehemaligen Prälatur des Klosters gleich neben der St.-Thomas-Kirche, wo ein den Mut symbolisierendes Reiterstandbild des Jobst aus der Werkstatt des Bildhauers Jaroslav Róna steht.

Ein Besuch Brünns wäre nicht komplett ohne ein weiteres Ziel unserer Reise, die schon erwähnte Burg Spielberg (Špilberk). Hier verbrachte die erste Ehefrau von Karl IV. Blanche von Valois ihre Tage, und gerade dank der Burg Spielberg hielt Brünn dem Ansturm der Schweden während des Dreißigjährigen Krieges stand. Machen Sie auch einen Spaziergang durch den Park, der die Burg Spielberg umgibt. Dort steht die orthodoxe Kirche St. Wenzel, weiter finden Sie ein Denkmal des Komponisten Pavel Křížkovský, des Lehrers des Komponisten Leoš Janáček sowie ein Denkmal für Christian d ' Elvert, den Brünner Bürgermeister, auf dessen Anregung hin der Park entstanden ist.

Nach der Besichtigung des Parks ist es Zeit für ein gutes Mittagessen. In der nächsten Umgebung des Spielbergs haben Sie die Wahl zwischen mehreren Restaurants mit der Kennzeichnung „CzechSpecials“, die südmährische Spezialitäten und erlesene Weine anbieten.

Zum Abschluss unseres Trips besuchen wir ein Kloster im Stadtviertel Staré Brno (Alt-Brünn), wohin besonders ein Tafelbild der Madonna vom hl. Thomas viele Besucher anlockt. Das Madonnenbild hatte Karl IV. ursprünglich der St.-Thomas-Kirche geschenkt. Heute ist dieses verehrte Kunstwerk gerade hier, am silbernen Hochaltar in der Basilika Mariä Himmelfahrt, angebracht, Karl IV. ließ in die Spange auf der Brust der Ikone eine Reliquie vom Schleier der Jungfrau Maria, der mit dem Blut von Christus bespritzt war, einsetzen.

Dieses Kloster, mit vollem Namen Abtei der Augustiner-Eremiten in Alt Brünn, kann aber auch aus anderen Gründen Ihr Ziel sein. Ein bedeutender Anziehungspunkt ist nämlich das dortige Mendel-Museum, das an die Zeiten erinnert, als an der Spitze der Abtei der Naturforscher Gregor Johann Mendel, der Entdecker der Gesetze der Genetik, stand.

Nach dem Tagesausflug zu den Schönheiten Brünns werden Sie sicher das niveauvolle Kulturangebot nicht verachten, und da wir uns schließlich im Weinland Südmähren befinden, haben Sie auch eine Menge Möglichkeiten, einen guten Wein zu probieren.

2. Tag

Znojmo (Znaim) ist von Brünn knapp 70 Kilometer entfernt. Die Strecke bewältigt man mit dem Auto bequem in etwa einer Stunde. Mit dem Zug benötigt man zwei Stunden. Der Routenplan des Spaziergangs sieht die Fortbewegung zwischen den Interessenpunkten zu Fuß in einer Länge von insgesamt etwa zwei Kilometern vor.

Am zweiten Tag unserer Tour besuchten wir Znojmo (Znaim). Karl IV. liebte diese Stadt vor allem wegen des hiesigen Weins. Die ansässigen Winzer verdienten sich sogar das Recht, ihre Produkte im ganzen Reich anzubieten. In Znojmo endete auch der Lebensweg von Karls Sohn Sigismund, denn ihn ereilte gerade hier der Tod. Am heutigen Masaryk-Platz vor dem Haus Nummer 4, wo laut dem Bericht der erschöpfte und von Krankheit geschwächte Kaiser Sigismund vom Pferd fiel, ist im Pflaster eine Gedenktafel eingesetzt.

Wir beginnen den Rundgang im Zentrum dieser Königsstadt, wo sich eine ganz einzigartige historische bauliche Anlage befindet. Unter der Erde besteht ein 27 km langes Netz von Gängen und Kellern, das in vier Ebenen angelegt ist. Das System erstreckt sich unter dem gesamten historischen Stadtkern und diente früher in Zeiten der Gefahr als Zuflucht für die Bewohner. Den Besuchern werden zwei geführte Besichtigungen angeboten: eine klassische und eine abenteuerliche, die körperlich anstrengender ist.

Als nächstes steigen wir hinauf zur Znaimer Burg, die sich hoch über dem Tal des Flusses Dyje (Thaya) erhebt. Im Burggelände befindet sich eins der wertvollsten Baudenkmäler Tschechiens, die in der zweiten Hälfte des 11. des Jahrhunderts erbaute Rotunde St. Katharina. In ihr sind romanische Wandmalereien erhalten, die in der gesamten romanischen Kunst Europas dadurch einzigartig sind, dass sie bei der Abbildung der Geschichte der Přemysliden-Dynastie auf die Ideologie des Staates orientiert sind. Gerade die Ausschmückung dieser Rotunde war Inspiration für Karl IV. bei den Verhandlungen über die Ausgestaltung der Heiligkreuzkapelle auf der Burg Karlstein. Da jedoch in die Rotunde immer nur einige wenige Besucher eingelassen werden, können lange Wartezeiten entstehen. Man kann zum Glück die Wartezeit durch die Bestellung einer Eintrittskarte für eine konkrete Uhrzeit verkürzen.

Nach dem Besuch der Rotunde machen Sie einen Bummel vorbei am Rathausturm über den Masarykplatz zum Vlk-Turm. Beide Türme bieten eine einzigartige Aussicht in die Umgebung, und im zweiten von ihnen befindet sich auch ein Informationszentrum über originale zertifizierte Znaimer Weine. Diese können Sie dort auch gleich verkosten und so die fast zweitausend Jahre lange Tradition des Weinbaus in Südmähren am Gaumen spüren. Dieser Wirtschaftszweig erfuhr während der Regierungszeit Karls IV. einen deutlichen Aufschwung, da der Kaiser seine Entwicklung durch eine Reihe von Maßnahmen zur Beschränkung der Einfuhr ausländischer Weine und durch die Befreiung neu angelegter Weinberge für die Dauer von zwölf Jahren von der Steuer unterstützte.

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